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1.000 Meilen zu dir/mir selbst

Kennt Ihr den Film „Der großer Trip – Wild“ ?

Es ist eine wahre Geschichte, eine die mein Leben verändert hat oder besser gesagt eine, die mich wieder zu mir selbst gebracht hat.

Vor wenigen Tagen hat mich eine recht starke Erkältung etwas aus der Bahn geworfen. So stark, dass ich über ein paar Tage Trainingspausen einlegen musste. Drei Tage lang musste ich sogar Personal Trainings absagen. Ein paar Rezepte für den Blog zu schreiben und auch ein Algorithmus für das Smallgroup Personal Training zu fertigen war, während der Krankheitsphase, meine Beschäftigung. Auf der einen Seite war ich sehr zufrieden, dass ich jetzt alles endlich mal aufs Papier gebracht habe. Auf der anderen Seite fühlte ich so ein dumpfes Gefühl im Bauch. Und das auch nicht zum ersten mal, ich hatte dieses Gefühl in der letzten Zeit des Öfteren. Mir war nur nicht ganz klar, was genau es ist.

Als ich dann am Samstag bei Netflix entdeckte, dass der Film „Der großer Trip – Wild“ eingestellt wurde, konnte ich es kaum abwarten, ihn mir am Abend anzusehen.
Als ich diesen Film das erste mal anschaute, fühlte ich mich auch nicht wirklich wohl in meiner Haut. Meine Ehe und somit auch meine berufliche Perspektive als Landwirt sahen ziemlich aussichtslos aus. Schon nach den ersten Minuten im Kino habe ich angefangen mich in den Pacific Crest Trail zu verlieben. Auch die Geschichte, um die es sich im Film handelt, dass sich Cheryl Strayed eigentlich in einer aussichtslosen Situation befindet ( sicherlich mit anderen Umständen), kam mir sehr bekannt vor. Sie suchte schließlich die Einsamkeit der Wildnis, um sich mit ihrer Geschichte auseinander zu setzen.

Nach dem Filmende öffneten sich schlagartig meine Augen und es drang mir ins Bewusstsein, dass sich etwas in meinem Leben verändern muss. Mir wurde plötzlich so sehr klar, dass das Leben nur einen Sinn ergibt, wenn ich auch „mein Leben“ führen kann und nicht mehr nur das, der anderen (auch wenn das niemand wirklich von mir verlangt hatte)! Ich erinnerte mich an meine Kindheit, an den kleinen Markus, an den Jungen, der immer draußen war, der bei Wind und Wetter in der Natur unterwegs war. In meiner Kindergartenzeit war ich oft mit meinem Opa Karl und der Oma Maria, später dann mit meinen Freunden und auch sehr oft allein in den umliegenden Wäldern unterwegs.

„Wenn dein Mut sich dir verweigert, geh über deinen Mut hinweg.“ – Emily Dickinson

Dieses Gefühl wurde so stark und vorherrschend, dass es keine Macht der Welt mehr hätte verändern können. Ich begann schließlich alles zu drehen und machte mich auf meine eigene Reise, meine Reise zu mir selbst. Es gab viele Hindernisse zu überwinden und sicherlich auch viele Zweifel und es gab auch immer wieder enormen Gegenwind, der mir mit scharfen Hagelkörnern schmerzhaft ins Gesicht prasselte. Und immer genau dann, wenn es am meisten schmerzte, war ich auf dem richtigen Weg. Und auch immer dann, wenn es am anstrengendsten wurde und ich über meine vermeidlichen Grenzen gegangen bin, spürte ich, wie ich freier wurde.

Diese ganzen Erlebnisse auf meinem Weg zu mir selbst, sind alle für sich einen Beitrag wert und sollen hier nicht vom Wesentlichen ablenken.

Nachdem ich den Film im Kino geschaut hatte, kaufte ich mir auch das Buch. Es sollte mich vor allem immer daran erinnern, was mein großes Ziel ist. Das ist zum einen zukünftig meine Freiheit zu behalten und zum andern den PCT zu wandern. Mir ist klar, dass ich meine Kinder nicht einfach mal für 4 bis 6 Monate allein lassen kann, aber es ist ein extrem starker Grund sich gesund und fit zu halten, um es zu verwirklichen, wenn die Kinder alt genug sind, um sie für diese Zeit allein zu lassen oder den Trip mit ihnen gemeinsam zu erleben.

Als ich den Film am Samstag nun das zweite mal sah, wurde mir langsam bewusst, was mir die letzte Zeit dieses komisches Bauchgefühl beschert hat. Sonntag ging ich mit meinem Hund Milo ein paar Stunden Wandern. Plötzlich fing ich an zu lachen. Ich lachte über mich selbst! Ja, ich lachte mich selbst aus oder an, je nach dem wie man es betrachtet. Ja, ich habe mich in diesem Jahr wieder in einem Anpassungsprozess befunden, in einem, in dem ich mich an den Markt, an Kunden, an Werbekanäle und noch viel mehr angepasst habe. Das ist im Grunde auch nichts schlechtes, solange man in der Spur bleibt, also vor allem, solange man seine Authentizität behält. Mit einigen Zukunftsprojekten hätte ich nach deren Umsetzung einiges an Authentizität verloren. Und mich somit nur wieder selbst belogen oder wie ich es auch immer gern gerade aus sage: Verarscht! Diese Erkenntnis hat mich einfach zum Lachen gebracht.

Danke Cheryl Strayed, dass Du mir immer wieder mit Deiner Geschichte hilfst mich zu finden und bei mir zu bleiben!

Ich möchte Dich als Leser dazu motivieren, Dich selbst zu reflektieren, schau wer Du wirklich bist und solltest Du nicht Du selbst sein, dann mach Dich auf Deine Reise zu Dir selbst. Mach Dich auf Deine 1.000 Meilen zu Dir! Du kannst es jeden Tag verändern. Du musst es nur wollen!

Eine spannende Reise wünsche ich Dir 🙂

Markus Heppe

 

 

Cheryl Strayed bewanderte 1995 den Pacific Crest Trail – um sich selbst zu finden, um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten, um sich ihrer selbst besser bewusst zu werden, um den Schmerz loszuwerden…
Nicht zuletzt auch wegen dieser Suche trägt das Buch auch den Untertitel „Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst“.

 

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