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„Und was mach ich wenn ich dann nicht mehr in meine Welt passe….?“

So oder so ähnlich endete vor wenigen Tagen ein Training mit einer meiner Klientinnen. Wir hatten kurz zuvor über die Vorzüge einer Ernährungsumstellung gesprochen, was sich dadurch positiv für sie ergeben könnte. Sie sagte mir, dass sie nicht sicher wäre, ob sie damit noch in ihr aktuelles Leben passen würde. Auch wenn ich mir sicher bin, dass es für sie passend ist, hat mich diese Frage nicht in Ruhe gelassen.


Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele unserer Klienten Angst haben, sich von dem Punkt, wo sie sich gerade befinden, weiter zu entwickeln. Was ist wenn plötzlich der Partner, die Arbeit oder das soziale Umfeld nicht mehr kompatibel sind.
Genau das habe ich sehr oft bei meinen Klienten bemerkt. Sie gehen einen Schritt nach vorn und fallen schnell wieder in alte Muster und Gewohnheiten zurück. Anfangs dachte ich noch, dass es mehr oder weniger am Willen und der Selbstdisziplin liegen würde. Dies hat sich aber nicht bestätigt. Ein neuer Gedanke war, es könnten auch somatisch bedingte Probleme und Nährstoffmangel sein. Oder oder oder. Mit einigen Klienten bin ich immer nur zum Ende des Level eins gekommen. Diese Klienten haben eins gemein: Sie haben sich in ihrer Komfortzone einen dicken Panzer angelegt. Aber warum? Und warum bekommen sie ihren Panzer nicht weg?


Wenn ich mir das Umfeld betrachte, die häusliche Gemeinschaft und den Lebenspartner, wird mir mit dem Satz meiner Klientin klar, warum aber auch nichts wirklich funktioniert hat oder auch die 100 Diäten vorher gescheitert sind. Durch eine positive Veränderung meiner Klienten, ist es unter Umständen möglich, dass der Partner, mit seinen weniger positiven Gewohnheiten, nicht mehr in das eigenen Leben passt. Oder, dass die drei Schichten, der 8 Stunden Bürostuhljob oder der mich ständig runderziehende Vorgesetzte nicht mehr in mein Leben passen. Ebenso kann es mit dem sozialen Umfeld passieren, die ständig Fastfood, Alkohol und Softdrinks konsumieren, mit denen nicht mehr die gleichen Interessen geteilt werden.


Das stimmt zu 100% überein, wenn ich mal wieder meine Ultraläufe als Basis nehmen. Es macht erst mal einsam seine Komfortzone zu verlassen. Der Weg beginnt mit der Sicht auf eine lange Reise. Eine Reise, die einfach nicht planbar ist. Keiner kann wirklich sagen, wann und wie Krisen eintreten werden und auch nicht, wie diese überwunden werden können. Es ist wie ein Sprung ins Nichts. Das führt natürlich dazu, dass viele Menschen, die schon seit Jahren keine wirklichen Herausforderungen eingegangen sind, außer mal einen Pauschalurlaub einen Ferienort weiter zu buchen, extrem verunsichert sind, wenn sie spüren, dass sich da was verändert, wenn sie anders Essen, Nährstoffe zu sich nehmen, um Mangelerscheinungen auszugleichen oder beginnen Sport zu treiben. Das Umfeld regiert manchmal sogar positiv, manchmal aber auch mit einigen subtilen Bemerkungen, die zeigen, dass es nicht gern gesehen wird, wenn man sich plötzlich verändert.


Das ist der Punkt, warum einige nie über Level eins hinauskommen. Diese Angst: „Was passiert, wenn ich mich verändere und meine Welt nicht mehr passt und ich mir eine Neue suchen muss.“
Ich kann Dir sagen, dass es sich lohnt nach der Veränderung zu greifen, sie zu wollen und in eine andere viel buntere Welt einzutauchen. Es gibt unzählige schöne Dinge, die durch unsere alltägliche Situation verborgen bleiben und es ist immer lohnend, diese zu entdecken.


Die Realität ist oft so: Wir haben uns ein richtig schönes Haus gebaut, es ganz toll eingerichtet und einen wunderschönen Garten mit schönen Blumen und Tieren angelegt. Es ist gemütlich und wertvoll. Wir haben angefangen es zu schützen, denn es gibt ja auch böse Menschen… Also haben wir erst ein Zaun gebaut, weiterhin eine Mauer und schließlich noch viele Sensoren hinzugefügt, die uns vor Eindringlingen wahren, bevor sie uns bedrohlich nah kommen können. Wir haben die Fenster verschlossen und sie anschließend zugemauert. Den Garten haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Es wurde dunkel im Haus, also haben wir Kerzen aufgestellt und Bilder aus vergangenen Tagen aufgehängt. Leider gingen uns nach und nach die Kerzen aus, um das ganze Haus ständig voll zu beleuchten. Wir haben uns letztendlich dazu entschlossen, aus Gründen des Sparens, in einen Raum zu gehen und dort zu bleiben. Leider haben wir nicht viele Bilder mitnehmen können, somit sitzen wir nun da bei Kerzenschein, ein paar verblassten Bildern und einsam in unserer selbst geschaffenen Welt, ohne Tageslicht und Farben.


So oder so ähnlich ist der langsame und unbemerkte Weg in unsere Komfortzone. Der Weg daraus, ist eben so mühsam und anstrengend wie der Weg in sie hinein. Es ist ein ständiger Kampf, mit Glaubenssäten und Ängsten. Und es ist mit großer Unsicherheit verbunden, das bunte Tageslicht wieder in das Leben zu lassen. Es könnte bedeuten, dass Wegbegleiter, die lieber weiterhin in der Dunkelheit sitzen bleiben wollen und nicht mit uns in unsere Welt kommen werden. Es ist aber nun mal jeder für sein eigenes Leben verantwortlich, wie erfüllend und bunt es ist oder nicht!
Ich wünsche dir viel Kraft und Willen, um deinen Panzer nach und nach zu knacken, damit du wieder ein freies Leben, in einer bunten Welt leben kannst.

Markus – be natural –

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